Neue Studie zu Innovation und Kreativität – warum gute Ideen die richtige Umgebung brauchen
Viele Unternehmen investieren in neue Technologien, moderne Software oder KI. Viel seltener stellen sie sich eine andere Frage: Unter welchen Bedingungen entstehen eigentlich gute Ideen?
Dass Deutschlands Innovationskraft unter Druck steht, zeigen aktuelle Zahlen: Laut einer Auswertung der Bertelsmann Stiftung ist die Zahl erfolgreicher Innovationen innerhalb von drei Jahren um 15 Prozent zurückgegangen. Für das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) war das Anlass, den Einfluss der Arbeitsumgebung auf Kreativität und Innovationsfähigkeit genauer zu untersuchen.
Das Ergebnis der neuen Studie „Das Büro als Corporate Innovation Hub“ ist eindeutig: Innovation entsteht nicht allein durch talentierte Mitarbeitende oder neue Technologien. Ebenso wichtig sind Arbeitsumgebungen, die Begegnungen ermöglichen, den Austausch zwischen unterschiedlichen Fachbereichen fördern und Raum für kreatives Denken schaffen.
Kreativität lässt sich zwar nicht verordnen. Unternehmen können jedoch die Rahmenbedingungen schaffen, unter denen gute Ideen entstehen.
1. Innovation braucht Begegnungen
Ob beim Kaffee, in einem Workshop oder nach einem Vortrag: Oft reicht ein kurzer Gedankenaustausch, damit aus einer ersten Idee ein tragfähiges Konzept wird. Forschende sprechen dabei von der sogenannten Serendipität. Gemeint sind zufällige Begegnungen, aus denen unerwartete Erkenntnisse entstehen. Genau darum setzen innovative Unternehmen bewusst auf Orte, an denen Menschen miteinander ins Gespräch kommen. Nicht jede Unterhaltung führt zu einer neuen Geschäftsidee. Aber ohne Austausch entstehen viele Ideen gar nicht erst.
2. Unterschiedliche Perspektiven fördern bessere Lösungen
Ein Marketingexperte betrachtet ein Problem anders als eine Ingenieurin. Eine Gründerin stellt andere Fragen als ein erfahrener Unternehmer. Studien der Harvard Business School zeigen seit Jahren, dass vielfältig zusammengesetzte Teams kreativer arbeiten und häufiger innovative Lösungen entwickeln als homogene Gruppen. Denn unterschiedliche Erfahrungen erweitern den Blickwinkel und helfen dabei, eingefahrene Denkmuster zu verlassen. Deshalb lohnt es sich, regelmäßig mit Menschen außerhalb des eigenen Unternehmens oder der eigenen Branche ins Gespräch zu kommen.
3. Der Arbeitsort beeinflusst das Denken
Wer jeden Tag am gleichen Platz arbeitet, entwickelt Routinen. Das ist effizient, aber nicht immer kreativ. Die Umweltpsychologie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Frage, welchen Einfluss Räume auf unser Verhalten haben. Faktoren wie Tageslicht, Akustik, Bewegungsfreiheit oder Begegnungszonen wirken sich nachweislich auf Konzentration, Wohlbefinden und Zusammenarbeit aus. Auch das Fraunhofer IAO betont in seiner Studie, dass moderne Arbeitsorte heute weit mehr leisten müssen, als einen Schreibtisch bereitzustellen. Sie sollen Kommunikation fördern, spontane Begegnungen ermöglichen und unterschiedliche Arbeitsweisen unterstützen. Nicht falsch verstehen: Ein Ortswechsel allein macht noch keine Innovation. Er kann jedoch den entscheidenden Impuls geben, um neue Zusammenhänge zu erkennen.
4. Kreativität braucht Freiraum
Manche Unternehmen erwarten kreative Lösungen zwischen zwei Videokonferenzen oder kurz vor Feierabend. Aber Ideen lassen sich nun mal nicht terminieren.
Die Psychologin Teresa Amabile von der Harvard Business School konnte in mehreren Untersuchungen zeigen, dass Kreativität insbesondere dann entsteht, wenn Menschen ausreichend Zeit zum Nachdenken haben, selbstbestimmt arbeiten können und nicht permanent unter Zeitdruck stehen.
5. Netzwerke sind Innovationsmotoren
Für Gründerinnen und Gründer gilt das besonders. Auch eine Studie des Global Entrepreneurship Monitor zeigt regelmäßig, dass persönliche Netzwerke zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren junger Unternehmen gehören. Sie eröffnen den Zugang zu Wissen, Erfahrungen, Kooperationspartnern und oft auch zu neuen Kundinnen und Kunden. Deshalb sind Netzwerkveranstaltungen weit mehr als Visitenkartentausch. Sie schaffen Verbindungen zwischen Menschen, die sich sonst vermutlich nie begegnet wären.
Was bedeutet das für Unternehmen?
Innovation beginnt nicht mit einem Brainstorming und endet auch nicht mit einer neuen Software. Sie entwickelt sich dort, wo Menschen zusammenkommen, unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen und ausreichend Raum für neue Gedanken vorhanden ist. Moderne Arbeitsorte, Workshops und Netzwerkveranstaltungen können genau diese Voraussetzungen schaffen.
Oder anders gesagt: Gute Ideen lassen sich nicht erzwingen. Aber man kann die Bedingungen schaffen, unter denen sie deutlich wahrscheinlicher werden.
Das ist einer der Gründe, warum uns in der Werkbank der Austausch und das Netzwerken so wichtig ist. Klingt gut für dich? Hier findest du einen Überblick über unsere aktuellen Netzwerkveranstaltungen: https://www.werkbank-heinsberg.de/events